Die Norddeutsche vom 14.01.2014


Vegesacker SV feiert gegen den Meyenburger SV zweiten Saisonsieg in der Luftpistolen-Bezirksklasse B - 14.01.2014

Leistungsexplosion bei Gaby von Roden

Von Karsten Hollmann


Bremen-Nord.
Wenngleich der SV Schwanewede bereits als Meister der Luftpistolen-Bezirksklasse B feststand, ließ der Tabellenführer auch im Duell mit dem Blumenthaler SV nicht locker. Der Klassenprimus hielt den Nachbarn in der fünften von sechs Wettkampfwochen souverän daheim mit 8:0 auf Distanz. Im zweiten Aufeinandertreffen der Bezirksklasse B bejubelte der Vegesacker SV mit dem 6:2-Sieg über den Meyenburger SV seinen zweiten Erfolg.
SV Schwanewede – Blumenthaler SV 8:0: Blumenthals Michael Nonnewitz hätte schon an seine absolute Leistungsgrenze gehen müssen, um Andreas Minke besiegen zu können. Während sich Schwanewedes Alex Wulf mit 355 Ringen gut von seinem kleinen Zwischentief erholt präsentierte, so besaß Andreas Minke trotz seines Einzelsieges allerdings noch Luft nach oben. Auch Albert Pointinger vermochte nicht ganz an seine beiden starken vorausgegangenen Vorstellungen anzuknüpfen.

Auf der Gegenseite wurde Jörg Cordes nach seinen guten 321 Ringen aus der vierten Wettkampfwoche wieder ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Blumenthals Jörg Götte verbesserte sich dafür gleich um 29 Ringe.
Vegesacker SV – Meyenburger SV 6:2: Vegesacks Max Litau erlebte mit nur 358 Ringen einen großen Einbruch gegenüber den bisherigen Saisonleistungen. Dennoch geriet sein Einzelsieg gegen Klaus Nölker nicht in Gefahr. Auch Litaus Teamkollege Georg Veltl erwischte nicht seinen besten Tag. Aber auch er fuhr seine beiden Einzelzähler gegen Hermann Arfmann ein.
Eine wahre Leistungsexplosion legte Vegesacks Gaby von Roden an den Tag. Sie erzielte mit 346 Ringen ihr mit Abstand bestes Ergebnis in dieser Saison und machte den Sieg ihrer Mannschaft somit perfekt. Sie lag so um 28 Ringe über dem Schnitt aus der Vorsaison. Dagmar Meyer bescherte den Gästen wenigstens zwei Ehrenpunkte. Sie erfüllte mit 312 Ringen die in sie gesetzten Erwartungen.

Ergebnisse

WSV Schwanewede – Blumenthaler SV 8:0: Andreas Minke - Michael Nonnewitz 345:336; Alex Wulf - Michaela Cordes 355:323; Volker Frank - Jörg Cordes 354:306; Albert Pointinger - Jörg Götte 346:284
Vegesacker SV – Meyenburger SV 6:2: Max Litau - Klaus Nölker 358:330; Georg Veltl - Hermann Arfmann 332:313; Gaby von Roden - Katja Kister 346:316; Ulli Meggers - Dagmar Meyer 310:312
Tabelle: 1. SV Schwanewede 5 Wettkämpfe/38:2 Einzelpunkte/15 Mannschaftspunkte; 2. Vegesacker SV 5/23:17/8; 3. Blumenthaler SV 5/11:29/4; 4. Meyenburger SV 8:32/1
Einzelwertung Bezirksklassen A und B: 1. Max Litau (Vegesacker SV) 1839 Ringe insgesamt; 2. Cliff Wedemeyer (SV Hüttenbusch) 1818; 3. Hartmut Windeler (SV Huxfeld) 1806; 4. Benno Böhm (SV Buschhausen) 1792; 5. Alex Wulf (SV Schwanewede) 1761; 6. Rainer Block (SV Huxfeld) 1759; 6. Andreas Minke (SV Schwanewede) 1759; 8. Thorsten Wöltjen (Ritterhuder SV) 1758; 9. Volker Frank (SV Schwanewede) 1757; 10. Albert Pointinger (SV Schwanewede) 1747 (kh)

Die Norddeutsche vom 08.01.2014


Max Litau hält Luftpistolen-Konkurrenz oft deutlich auf Distanz

Von Karsten Hollmann

Vegesack. Auf sein zehnjähriges Jubiläum im Vegesacker Schützenverein (SV) blickt Max Litau zurück. Der Pistolenschütze ist mit seinen herausragenden Ergebnissen eines der Aushängeschilder des Klubs. Mit seinen oft über 370 Ringen liegenden Resultaten mit der Luftpistole stellt Litau regelmäßig seine Extra-Klasse unter Beweis. Aber auch wenn ihm damit in der Bezirksliga Bremen oder in der Bezirksklasse des Bezirksschützenverbandes Osterholz niemand das Wasser reichen kann, fühlt er sich nicht zu Höherem berufen.
Der Vegesacker SV verfügt so mit Max Litau über einen Pistolen-Schützen, der sich locker mit den besten Schützen in der Luftpistolen-Landesverbandsliga messen könnte. Der 36-Jährige begnügt sich allerdings mit seiner Rolle als Nummer eins seines Vereins in der Bezirksliga Bremen sowie in der Bezirksklasse B des Bezirksschützenverbandes Osterholz. Da seine Teamkameraden aber längst nicht sein Niveau haben, langt es meistens auch nicht für einen Sieg der Vegesacker.

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Mit der Luftpistole stellt der Vegesacker Max Litau regelmäßig seine Extraklasse unter Beweis. Sein Hauptaugenmerk gelte den Einzel-Bezirks- und Landestitelkämpfen.


Bestleistung eingestellt
Mit seinen 373 Ringen stellte Litau am dritten Wettkampftag der Bezirksklasse seine Bestleistung in einem Wettkampf ein. Da kann die Konkurrenz nicht mal ansatzweise mithalten. Dieses Resultat würde auch reichen, um sich für die deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.
Die nationalen Titelkämpfe sind aber bislang ein Wunschtraum des Familienvaters geblieben. „Immer, wenn es darum geht, mich für diese Meisterschaften zu qualifizieren, lassen es meine Nerven nicht zu“, informierte Litau. Es gelinge ihm einfach nicht, in den entscheidenden Momenten den Kopf auszuschalten. „Wenn man erst mal anfängt zu denken, dann ist es auch bereits zu spät“, versicherte der gebürtige Kirgise. Der Deutschrusse siedelte vor 20 Jahren mit seiner Familie nach Bremen-Nord über und trat zehn Jahre später dem Vegesacker SV bei. Sein Bekannter Willi Hosser habe ihn damals nach Vegesack gelotst, so Litau.

In seiner alten Heimat hatte Max Litau nie eine Waffe in der Hand gehalten. „Das erste Mal habe ich bei der Bundeswehr geschossen“, berichtete der gelernte Zerspanungsmechaniker. Beim Vegesacker SV tritt er mit der Luft-, Sport- und Freien Pistole sowie mit dem 45-ACP-Revolver an. „Das Schießen mit der Luftpistole liegt mir dabei am besten“, teilte der Vater einer Tochter mit.

Am Schießsport fasziniere ihn besonders „der innere Kampf mit sich selbst“. „Das Schießen erfordert eine innerliche Ruhe und eine große Disziplin“, ließ der Abteilungsleiter eines mittelständischen Unternehmens wissen. Nach meist elf oder zwölf Stunden Arbeit am Tag suche er beim Schießen nach Erholung: „Es handelt sich um einen guten Ausgleich zur Arbeit.“ Da er auch noch Zeit mit der Familie verbringen wolle, käme das Antreten in einer höheren Liga für ihn auch nicht infrage, so Litau.

„Da wäre ich ja das ganze Wochenende unterwegs. Dann käme meine Familie zu kurz“, versicherte der Nordbremer. Er sei unter anderem mal von einem Landsmann angesprochen worden, ob er nicht für den SSV Bassum von 1848 antreten wolle. „Aus den genannten Gründen habe ich aber abgesagt“, sagte der Hansestädter. Im Training hat Max Litau sogar schon einmal 382 Ringe mit der Luftpistole zustande gebracht.
„Da war ich aber auch noch mehr im Training und hatte mehr Zeit“, berichtete der Ausnahmeschütze. Vegesacks Vorsitzende Gaby von Roden ist froh, einen Aktiven dieses Kalibers im Klub zu haben: „Max ist ein toller Schütze.“ Sie tritt mit ihm zusammen in den Ligawettkämpfen an, vermag aber derzeit auch nicht an ihre Bestform heranzureichen.

Dennoch honoriert Max Litau die Bemühungen seiner Teamkollegen: „Für mich zählt nur, dass sie immer versuchen, ihr Bestes zu geben.“ Deshalb sei er auch nicht traurig, dass er alleine wenig ausrichten könne.
Das Hauptaugenmerk gelte jedoch den Einzel-Bezirks- und Landesmeisterschaften, so Litau. Er mache sich aber nicht verrückt, wenn es in den nächsten Jahren nicht mit der Qualifikation für die nationalen Meisterschaften klappen sollte. „Irgendwann wird es schon kommen, und wenn es so lange dauern sollte, bis ich in die Altersklasse wechsele. Ich muss nur lernen, mit den Gedanken runterzufahren“, übt sich Max Litau in Geduld. 360 Ringe seien bei ihm Standard.
„An einem guten Tag schieße ich aber eben auch 370 Ringe und mehr“, betonte der Hanseat. Ein missratener Tag wirke sich jedoch unmittelbar auf das Ergebnis beim Schießen aus: „Wenn ich vorher einen schlechten Tag hatte, wird es schwer. Entweder ich schalte dann ab oder ich brauche die Pistole erst gar nicht in die Hand zu nehmen“, teilte Litau mit.
Dass die Vegesacker sich jetzt auch noch an einem Wettbewerb des Bezirksschützenverbandes Osterholz beteiligen, begrüßt der gebürtige Zentralasiat sehr: „So lerne ich mal neue Gegner kennen. Die Atmosphäre in der Bezirksklasse des Bezirksschützenverbandes Osterholz gefällt mir auch sehr gut.“ Wenn er mal ein wenig Zeit erübrigen kann, tut Max Litau auch noch etwas für seine Ausdauer im Fitnessstudio: „Für den Schießsport bringt mir dies aber nichts.“